Review: HAIL SPIRIT NOIR – „Mayhem In Blue“

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VÖ:  28.10.2016

Label:  Dark Essence Records

       Tracklist:

  1. I Mean You Harm
  2. Mayhem In Blue
  3. Riders To Utopia
  4. Lost In Satan’s Charms
  5. The Cannibal Tribe Came From The Sea
  6. How To Fly In Blackness

Psychedelic, progressiv, black….ja, was denn nun ? Irgendwie etwas von allem. Auf jeden Fall machen es die Griechen von Hail Spirit Noir ihren Hörern nicht leicht, ihre Musik entsprechend einzuordnen. Zu viel passiert, zu viele Stilbrüche in jedem einzelnen Song. Dies kann man anspruchsvoll oder progressiv nennen, ein roter Faden zieht sich dadurch nicht durch das Album.

Dieses Album, der Bands drittes, nennt sich „Mayhem In Blue“ und präsentiert sechs neue Stücke, die schwer verdaulich erscheinen, wenn man sich nicht intensiv mit ihnen beschäftigt.

Gutes Beispiel hierfür ist gleich der Opener „I Mean You Harm“. Spoken Words zu Beginn, gebrüllte Black Metal Shouts, welche eher in den Hintergrund gemischt wurden, wirre und abgefahren abstruse Klänge, die im Verlauf immer hysterischer werden. Rund geht anders, aber man kann der Band nicht absprechen, daß diese Ecken und Kanten jederzeit gewollt sind.

Flötenhafte Synths, langsamere Parts, spacige Klänge und eine Mischung aus folkigem Cleangesang und garstigen Vocals beinhaltet „Mayhem In Blue“, der Titelsong. Auch Piano und mehrstimmigen Gesang verwursten die Griechen, um ja erst gar keine Straightness aufkommen zu lassen.

Mit fast 11 Minuten hat sich mit „Lost in Satan’s Charms“ auch ein wahrer Longtrack auf’s Album eingeschlichen, der getragen von einem Zirkus-Rhythmus zu Beginn und Ende mit melodischem Cleangesang glänzt. Aber es wären nicht Hail Spirit Noir, wenn man nicht verwirrende Klänge eingebaut hätte. Den Blackmetal-Anteil holt man sich ausschließlich durch zwischenzeitliches Gebrüll. Ein Song, den man gut dafür verwenden kann, die Musik der Griechen zu erklären. Vorausgesetzt man findet die richtigen Worte.

„The Cannibal Tribe Came From The Sea“ beginnt dem Titel entsprechend natürlich mit einem stimmigen Drum-Intro, belebt den Song durch harschen Gesang und Orgelgeklimper und ein mystisches Gitarrenspiel ergänzt diesen avantgardistischen Brocken.

Zum Abschluß lässt es die Band ruhiger angehen, beinahe besinnlich. Die Orgel in dem Song klingt verdammt nach Bontempi und ein bisschen verwirrend muss es dann doch noch zugehen, bevor man ganz entspannt ausklingt.

Hail Spirit Noir sind keine Band zum Nebenbeihören und viele werden sich mit den ganzen wirren Passagen und Stilwechseln schwer tun. Jetzt kann man natürlich sagen, daß hebt die Band aus der Masse ab. Ja, sicher richtig, aber die Zielgruppe lässt sich nur schwer ausmachen. Freunde, die ihre Musik am liebsten abstrus, verwirrend, gegenläufig und fernab von Geradlinigkeit mögen, sind bei Hail Spirit Noir bestens aufgehoben. Alle anderen sollten besser vorher erst einmal reinhören.

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  6 / 10

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